Produktfamilie

Serie Container DS

Wer hat's gemacht?

Als der Schweizer Designer Kuno Nüssli 2008 für das Basler Kunstarchiv „dock:“ ein modulares Möbelsystem entwickelte, wurden daraus miniaturisierte Überseecontainer. Nüssli verfeinerte das System zu einem Solitärmöbel – so entstand der CONTAINER DS. Die Prototypen stellte er mit verschiedenen Untergestellen 2008 auf der Designmesse „Blickfang“ in Zürich aus. MAGAZIN, seit Jahren Partner von „Blickfang“, lernte dort den weltoffenen Designer kennen. Von Nüsslis Containern war MAGAZIN sofort elektrisiert und kam mit dem Designer ins Gespräch. Die auf einer handwerklichen Herstellungsmethode basierende Konstruktion musste in einen industriellen Maßstab übertragen werden.

Es fügte sich glücklicherweise, dass der Designer Oskar Zieta ebenfalls auf der Messe war. Seine Sitzmöbel aus wasserhochdruckgeformtem Blech werden seit 2008 von MAGAZIN vertrieben. Zieta versteht sich als Ingenieur, als „Prozessdesigner“ wie er selbst sagt, und führt ein Unternehmen, das aus Stahlblech computergestützt Möbel herstellt. Zu dritt haben, Nüssli, Zieta und MAGAZIN intensiv Form und Konstruktion des CONTAINER DS weiterentwickelt, so dass er nun in vielen Farben und Versionen als M-Produkt ausschließlich bei MAGAZIN erhältlich und eines der beliebtesten Möbelstücke aus der Reihe selbst entwickelter und produzierter Produkte ist. Kuno Nüssli lebt in Basel, der einzigen helvetischen Stadt mit Handelshafen. Neben ungewöhnlichen Möbelstücken baut er Schiffe, Schiffsmodelle und Wasserfahrzeuge, einige davon sind seetüchtig, andere sind als Spielgeräte für den Stadtraum gedacht. Obwohl gelernter Schreiner, zieht er feine Konstruktionen aus Metall vor. Nüsslis Möbelentwürfe sind leicht, größtenteils werkzeugfrei zu montieren und werden von ihm mit Oberflächen in kräftigen Farben bedacht.

Hinter der vordergründig technischen Leidenschaft Nüsslis, geboren 1970, verbirgt sich eine weitreichende Philosophie, die über die Grenzen von Design, Architektur, Kunst und Theorie hinausgeht. Er ist ein wunderbarer Rhetoriker und begeistert als Dozent die Studenten mit seinen Ideen. Vor allem lehrt der ehemalige Schreiner Pragmatismus. Er lehrt, was er lebt, nämlich das Selbstmachen. Selbstmachen heißt in seinem Fall: Ein Produkt entwerfen, mit regionalen Handwerksbetrieben entwickeln, produzieren und es zuletzt persönlich dem Nutzer verkaufen. Dieses mikroökonomische Prinzip nennt Nüssli, einprägsam und leicht eingänglich, „Kunotechnik“. Nüsslis Büro, in dem er zwei Tage pro Woche arbeitet, befindet sich in Basel. An den anderen Tagen ist Nüssli Dozent oder Hausmann.

Interview mit Kuno Nüssli

In einer Welt in der es schon alles gibt: Worin liegt da die Herausforderung für den Designer?

Neue Produkte sollten den Leuten Kraft und Mut geben, sich von Dingen zu verabschieden und einfacher zu werden.

Mit welchem Material arbeitest du am liebsten?

Ich bin gelernter Schreiner, muss aber sagen, dass Holz eine komplizierte Tante ist. Es gibt drei verschiedene Schwundmaße, die die Verarbeitung nicht einfach machen. Und die Verbindung zweiter Holzelemente ist immer eine Stoßstelle – ein Produkt ist nie aus einem Guss wie zum Beispiel bei Stahl. Dessen Homogenität ist schon einzigartig.

Was verbindest du mit dem Wort Nachhaltigkeit?

Neben ökologischen Aspekten wie der Vermeidung von Verbundwerkstoffen und minimalem Materialeinsatz geht es mir auch um Langlebigkeit - nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch. Ich will Produkte gestalten, die eine gewisse Ruhe in sich tragen und ich mag es, in Europa zu produzieren, da sich dadurch die Wege der Produkte verkürzen.

Was inspiriert Dich?

Lust, Freude und auch ein bisschen Bauernschläue. Als Schweizer interessiert mich, das mag vielleicht ein wenig pubertär klingen, auch Größe. Hier ist immer alles klein, ich selbst bin auch klein - Größe stellt für mich daher etwas sehr Faszinierendes und Herausforderndes dar.

CONTAINER DS: VARIANTEN UND ELEMENTE ENTDECKEN