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Eiermann Klappstuhl SE 18

Eiermann Klappstuhl SE 18
Eiermann Klappstuhl SE 18
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Allgemeine Informationen

Zurück in die Zukunft. Egon Eiermann.

In Parforce-Manier holte Egon Eiermann – Architekt der Berliner Gedächtniskirche, des deutschen Pavillons zur Weltausstellung 1958 in Brüssel und einer der wichtigsten Repräsentanten der Nachkriegsmoderne in Deutschland – Ende der 1940er Jahre und in den 1950er Jahren nach, was das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg in Deutschland zuvor verhindert hatten: die zur Jahrhundertwende begonnene, ab 1920 vom Bauhaus katalysierte Entwicklung des Möbeldesigns in eine Richtung, die zwischenzeitlich vor allem in den USA und in Skandinavien schon längst eingeschlagen worden war. Die Idee: Serielle Fertigung funktions- und produktionsgerecht gestalteter, preiswerter Sitzmöbel für die private und öffentliche Verwendung mit Mitteln und Materialien der modernen Industriefertigung. Folgerichtig griff Eiermann – wie Jahre zuvor seine Kollegen Eames, Aalto oder Prouvé – auf das konstruktive, aber eben auch ökonomische Potential des state-of-the-art-Massenproduktionsmaterials Sperrholz zurück.

Sitzkomfort und Logistik. Eiermanns Klappstuhl SE 18.

Der Erfolg des Klappstuhls SE 18 kam unmittelbar. 1952 in Produktion gegangen, zeichnete ihn das Museum of Modern Art bereits im Jahr darauf mit dem "Good Design Award" aus; 1958 repräsentierte er auf der Weltausstellung in Brüssel den modernen deutschen Möbelbau. Die Gründe sind nachvollziehbar, denn der SE 18 ist ein Stuhl, der das "Sowohl-als-auch" des Klappstuhls in beiden Anforderungen zur Perfektion bringt. Einerseits ist er mit seinem Gestell aus massiven Buchenholzstäben und seiner leicht nach hinten geneigten Sitzfläche hervorragend auf seine Funktion als stabile, ergonomisch durchdachte Sitzgelegenheit abgestimmt, andererseits lässt er sich durch seine minimalistische Gestaltung auf kleinsten Raum zusammenklappen und platzsparend unterbringen – der perfekte Stuhl für die gelegentliche Möblierung großer Räume und Hallen mithin, wo er denn auch von Anfang an, etwa in Theatern und Musiksälen, zum Einsatz kam. Der SE 18 war an solchen Orten oft sowohl Stuhl als auch Verlautbarung: Modernen Aufführungsorten für moderne Kunst entsprach eine moderne Möblierung, und die drückte sich in diesem Sitzobjekt deutlich aus. Der Weg zum exklusiven Designobjekt, das er heute darstellt, zeichnete sich insofern schon damals ab. Allerdings: Auch 65 Jahre nach seiner Entstehung wird der SE 18 noch bei Wilde & Spieth gefertigt, und im Vergleich zu anderen Designikonen unter den Sitzmöbeln kann sein Preis geradezu als moderat gelten. Wir bieten den SE 18 in drei Farbvarianten an. Neben der naturfarbenen und der schwarz gebeizten Ausführung gibt es ihn – analog zum SE 42 aus unserem Sortiment – mit schwarzem Gestell und naturfarbenem Sitz und Rücken.

Leicht, stark und komfortabel. Drei Stuhlklassiker.

„Der Stuhl ist ein kompliziertes Objekt. Jeder, der jemals versucht hat, einen Stuhl zu entwerfen, weiß das. Es gibt endlose Möglichkeiten und viele Probleme – der Stuhl muss leicht sein, er muss stark sein und gleichzeitig komfortabel. Es ist fast einfacher ein Hochhaus zu bauen als einen Stuhl“, so Mies van der Rohe (1886–1969). Es hat ihn bekanntlich nicht davon abgehalten, Stühle zu entwerfen (und dabei einige Klassiker zu schaffen, allen voran den Barcelona-Stuhl von 1929). Dennoch trifft seine Aussage einen Kern: Der Herausforderung, der er sich dabei stellte, muss sich jeder stellen, der Gleiches tut. Und wenn dazu noch eine gestalterische Grundidee, ein ästhetischer Anspruch damit verbunden ist, so wird es umso komplizierter. Da wundert es nicht, dass der Möbelmarkt zwar Jahr für Jahr zahlreiche „neue“ Stühle hervorbringt, langlebige Klassiker darunter jedoch ausgesprochen rar sind.
Wir bieten drei Modelle aus der in dieser Hinsicht sehr ergiebigen Zeit der ausgehenden 1940er und beginnenden 1950 Jahre. Sie repräsentieren einerseits (beim „Y-Chair“ oder „Wishbone Chair“ des Dänen Hans J. Wegner) die eigenständige Tradition des modernen skandinavischen Möbeldesigns und andererseits (bei den Stühlen Egon Eiermanns) die sogenannte „Zweite Moderne“ der Nachkriegszeit und den geglückten Anschluss an das Erbe des modernen Möbelbaus der 1910er und 1920er Jahre (Werkbund, Bauhaus), für den Eiermann wie kaum ein anderer steht.

Produktinformation

Artikelnummer 17630

1952 entworfen von Egon Eiermann. Gestell aus massivem Buchenholz (Herkunft Österreich), klarlackiert bzw. schwarz gebeizt. Sitzfläche und Rückenlehne aus mehrfach verleimtem Buchenformsperrholz (Herkunft Europa), klarlackiert bzw. schwarz gebeizt. Querstreben aus Stahl, verzinkt. Höhe 77 cm, Breite 52,5 cm, Tiefe 43,5 cm. Sitzhöhe 45 cm. Zusammengeklappt Höhe 88 cm, Tiefe 17 cm. Gewicht 4,8 kg.

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