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Designerglück: Markus Frenzls neues Buch

Markus FrenzlMarkus Frenzl

Markus Frenzl ist Autor und Professor für Design- und Medientheorie. Mit ihm pflegt MAGAZIN einen aktiven Austausch über die wesentlichen Fragen der Designkultur. In seinem neuen Buch schreibt er über Designmenschen und andere Mysterien unserer gestalteten Welt. Die unterhaltsamen Texte befassen sich mit der Absurdität konkreter Entwürfe, persiflieren Buzzwords und Hypes der Designszene – stets mit einem Augenzwinkern.

MAGAZIN verrät Markus Frenzl Hintergründiges zu seinem Buch – und seine liebsten MAGAZIN-Produkte:

Markus Frenzl, was steckt hinter dem Titel „Designerglück“?

Wir Designmenschen können uns für vieles begeistern und fast überall Glücksmomente der Alltagskultur erleben. Wir sollten uns aber unbedingt auch eine selbstironische Distanz zur eigenen Disziplin bewahren und den Hypes und Trends kritisch gegenüberstehen. Der euphorische und gleichzeitig augenzwinkernde Begriff „Designerglück“ steht für beides und war deshalb der Titel einer regelmäßigen Kolumne, die ich fast 10 Jahre veröffentlicht habe.

Was macht Designer glücklich?

Die Gesellschaft zum Positiven zu verändern. Das Leben und Zusammenleben der Menschen ein bisschen besser zu machen. Irgendwo auf der Welt zu entdecken, wie faszinierend andere Kulturen mit alltäglichen Dingen umgehen. Oder etwas zu entdecken, das seit Ewigkeiten perfekt ist und auf keinen Fall neu gestaltet werden darf …

Welches Thema würdest du in einer nächsten, aktuellen Kolumne unbedingt besprechen wollen?

Da gibt es täglich Nachschub an neuen Ideen: z. B. ob klassisches Autorendesign wirklich passé und eine neue Zeit des Teamworks angebrochen ist. Oder wie marketinggetrieben die Zusammenarbeit von Virgil Abloh mit Ikea ist. Dass die Zukunft zu erfinden immer auch bedeutet, sich mit der Designgeschichte zu befassen, aber immer seltener Designgeschichte-Professuren ausgeschrieben werden. Oder, ob man Designer*innen überhaupt zugestehen wird, den sozialen Wandel zu gestalten.

Wie übt man konstruktive Designkritik?

Man muss eine eigene Position zu einem Entwurf finden und darf nicht nur die Designer*innen selbst dazu befragen. Man sollte über Design nicht genauso sprechen wie über Kunst, Entwürfe nicht allein als Teil eines gestalterischen „Werkes“ betrachten und nach der „Inspiration“ zu einem Entwurf suchen. Diese Inspirationsquellen, nach denen Designer*innen immer wieder gefragt werden, sind oft stinklangweilig und dienen nur der Vermarktung. Design hat aber immer eine Aufgabenstellung, Auftraggeber*innen, bestimmte Kontexte, Anforderungen und Zielgruppen. Die gilt es zu berücksichtigen, um eine Entwurfslösung wirklich beurteilen zu können. Das kann also auch bedeuten, dass man einen Entwurf subjektiv hässlich findet, er aber objektiv alle Anforderungen erfüllt. Wir müssen wieder stärker über Entwürfe und weniger über Stardesigner*innen und werbliche Trends sprechen! Hersteller und Designer*innen sollten aber vom Designjournalismus auch nicht länger nur Verkaufsförderung erwarten, sondern Kritik als Angebot zum Dialog begreifen.

Das größte Mysterium der Designkultur?

Warum denken noch immer so viele Menschen, dass Design „Geschmackssache“ ist? Warum halten viele Design noch immer für eine irrelevante Verhübschungsdisziplin? Wie entsteht der Hype um eine*n Stardesigner*in? Und wieso hat das immer seltener etwas mit der Qualität der Entwürfe zu tun?

Über den Autor

Markus Frenzl ist Professor für Design- und Medientheorie an der Fakultät für Design der Hochschule München. Mit seinem Frankfurter Büro 4gzl/designkontext ist er in den Bereichen Designconsulting, Kommunikation und Corporate Publishing tätig, Mitglied mehrerer Designverbände und als Referent, Beirat, Kurator, Juror und Designkritiker tätig.

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