Über die Navigation direkt zum Inhalt springen.

MAGAZIN®. Mit Artikeln zum Lesen und Kaufen.

Spezielle Angebote

In unseren Läden: Ideen und Beratung

Mein Magazin

Nutzen Sie die vielen Vorteile!

Volltextsuche

Sie sind hier:

  1. Startseite Startseite >
    1. Artikel zum Kaufen
    2. Artikel zum Lesen
    3. Magazin Läden
    4. Service
    5. SZ-Magazin Designedition
  2. Artikel zum Lesen >
    1. Willkommen im Magazin
    2. Das fahrende Volk
    3. Trüffelsau auf Beutesuche
    4. Alpines Blechblaskonzert
    5. Vintage Designmöbel
    6. Grossvaters Erbe
    7. Design ist wie Sexualität
    8. Nachschlagewerk
  3. Grossvaters Erbe

Grossvaters Erbe


 
Grossvaters Erbe Roland Graf pendelt zwischen der Werkstatt seines Großvaters bei Semmering und Kulturmetropolen, in denen er als Künstler ausstellt. Zwischendurch hat er einen Holztisch für zwölf Personen gebaut, weil seine Freundin ihn überredete, eine Feier anlässlich der Pensionierung seines Vaters zu veranstalten. Heute steht der Tisch im MAGAZIN.

Als vierjähriger entdeckte Roland Graf (Foto links) die Werkstatt seines verstorbenen Großvaters für sich. Sofort war er fasziniert von der Ordnung, der Fülle an Schrauben, Nägeln, Werkzeug und Holz. Es war von allem so reichlich vorhanden, dass er die nächsten Jahre damit endlos bauen und basteln konnte, während seine Geschwister mit der Großmutter Karten spielten.

Jeder Schrank in der Werkstatt, wie die Möbel und das gesamte Haus, hatte der Großvater gezimmert aus den eigenen, selbst gefällten Bäumen. Der andere Großvater, ein Architekt, hatte nebenan von einer Baufirma ein Haus mit Eternitverkleidung bauen lassen, wie es seinerzeit populär war. Dieser direkte Kontrast beider Bauten, eines akademisch begründeten Konstrukts und einer gewachsen Struktur, prägten Grafs ästhetisches Grundverständnis und seine spätere Berufswahl.

Zum Beispiel lag für ihn die Antwort auf die Frage, ob ein Studium überhaupt sinnvoll sei, nicht auf der Hand. Das sei doch nur etwas für Leute, die beigebracht bekommen wollten, wie etwas gemacht wird. Wenn man, wie er, sowieso ständig etwas mache, brauche man dafür doch nicht zu studieren. Als Legitimation fürs Machen entschied er sich für das kleinste Übel und studierte Architektur.

Vor, während und nach seiner Zeit an der Uni machte er weiter Sachen mit Freunden, meistens Aktionen im öffentlichen Raum. Mit einem Mal erhielten sie eine Kunstförderung, wobei Graf sagt, dass ihn während der Arbeit nicht interessiert, ob das, was er macht, Kunst ist. Den anderen in seiner Gruppe gehe es ähnlich, obwohl inzwischen ihre Arbeiten von Museen und Galerien ausgestellt würden. Obwohl sie auf eigene Kommentare und Theorien weitestgehend verzichten, haben sie gelernt, sich im Kunstbetrieb zu verhalten, in dem sie auch zukünftig weiter tätig sein wollen.

Grafs Antwort auf die Frage, ob denn sein Tisch, der bei MAGAZIN in Serie hergestellt wird, auch Kunst sei, kann man sich beinahe denken: „Der Tisch ist ein Tisch!“ Zwar wölbe er sich, sei uneben, aber das entspräche der wilden Schönheit, die der Tisch ausstrahle. Deswegen handele es sich aber bei Feldmark weder um Unikate noch um Multiples. Dass es sich bei dem Tisch um Design handeln könne, will er dagegen nicht ausschließen, obwohl er bis vor kurzem Design „doof“ fand, weil er es mit Edelstahlmöbeln assoziierte und einer Ästhetik, welche Material zum „Verstummen“ bringe.

Feldmark besticht neben seiner rauen Oberfläche durch die simple Konstruktion. Wer dahinter einen intellektuellen Ansatz vermutet, wird von Graf enttäuscht. „Komplexe Sachen begreife ich nicht.“ sagt er und schiebt – denn irgendwas muss ja dran sein am Tisch – hinterher: „Einfachheit ist sehr wohl komplex, wirkt aber einfach.“ Nägel im Tisch, so viel wusste er, wollte er keinesfalls. Großvaters Bauernbank kommt auch ohne Nägel und Schrauben aus. Auch bei ihr erhöhen ausgestellte Beine, mittels Buchenkeilen fixiert, die Standfestigkeit. Dass er jedoch für die Tischfläche keine Unterkonstruktion brauchte, fiel ihm erst beim Sägen auf. Auf dem Papier oder am Computer wäre er nie dahinter gekommen. Gut, wenn man für den Fall eine Werkstatt hat.

Roland Graf, geboren 1976 in Wien, gründete als 21-jähriger die Gruppe Assocreation, mit der er seitdem Aktionen im öffentlichen Raum veranstaltet. Er hat Architektur studiert und arbeitete im Anschluss an sein Studium u.a. als Ausstellungsgestalter.

> Tisch Feldmark
> www.assocreation.com
 
Grossvaters Erbe

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.

Ihr Merk-/ Wunschzettel

enthält kein Produkt.

Direkt bestellen

Papierkorb

Fußzeile

MAGAZIN® Warenhandels-GmbH · Tel. 01805 - 624 295* · Fax 01805 - 007167*
*(0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz DTAG; Preise aus Mobilnetzen ggf. abweichend.)