Über die Navigation direkt zum Inhalt springen.

MAGAZIN®. Mit Artikeln zum Lesen und Kaufen.

Spezielle Angebote

Mein Magazin

Nutzen Sie die vielen Vorteile!

Volltextsuche

Sie sind hier:

  1. Startseite Startseite >
    1. Artikel zum Kaufen
    2. Artikel zum Lesen
    3. Magazin Läden
    4. Service
  2. Artikel zum Lesen >
    1. Willkommen im Magazin
    2. Das fahrende Volk
    3. Trüffelsau auf Beutesuche
    4. Alpines Blechblaskonzert
    5. Vintage Designmöbel
    6. Grossvaters Erbe
    7. Design ist wie Sexualität
    8. Nachschlagewerk
  3. Das fahrende Volk

Das fahrende Volk


Das fahrende Volk Medien berichten so viel über Mobilität, dass der Eindruck entsteht, alle seien ständig unterwegs, und tatsächlich ziehen immer mehr Menschen um oder pendeln. Allein mit fünf oder mehr Arbeitsplätzen müssten zwei Drittel der heutigen Berufseinsteiger rechnen, ist z.B. im Immobilienteil der Süddeutschen Zeitung nachzulesen. Das betrifft selbst diejenigen, die sich sesshaft wähnen.

In Zeitschriften ist das M-Wort beliebt und wird häufig in Kombination mit Bildern gezeigt, auf denen entweder weißhaarige Menschen in Jerseyhosen zu sehen sind – lachend auf Rollstühlen und Treppenliften sitzend – oder kreative T-Shirt-Träger, ebenfalls lachend mit einer Hand auf der Tastatur des Laptops und die andere mit Handy am Ohr. Letzteres Bild transportiert zugleich die Idee eines modernen Lebensstils. In den Gründerzeitvierteln großer Städte, in denen sich der Kreative gerne aufhält, gleichen die Bewegungsabläufe jedoch denen von vor 100 Jahren.

Zum Beispiel in der Zionskirchstraße in Berlins Prenzlauer Berg. An einem Ende mündet sie in das Fabriktor der ehemaligen Pfefferwerk Brauerei, und in das andere schiebt sich das Portal der Zionskirche. Früher bewegten sich auf ihr die Arbeiter von Montag bis Samstag in Richtung Fabriktor und am Sonntag entgegengesetzt in Richtung Kirche. Die Häuser, Fabrik und Kirche sind noch da, nur daß sich inzwischen auf dem Brauereigelände Galerien niedergelassen haben und in der Kirche Kolloquien und Konzerte stattfinden. In den Hinterhöfen wichen die bierbrauenden Proletarier dem kulturschaffenden Prekariat, und wo früher in Einzimmerwohnungen zahllose Kinder schrieen, blinken heute still die Leuchtdioden der Playstations, iPods und Powerbooks. Und am nahen Rosenthaler Platz, wo im Aschinger preiswerte Speisen und Bier konsumiert wurden (und in dem Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ spielte) bietet nun Sankt Oberholz seinen Gästen einen schnellen Gratiszugang ins Internet. Solange dem Kreativen der Job in der Galerie genug Geld einbringt, gleicht seine Mobilität, im Sinne räumlicher Bewegung, der des Bierbrauers.

Erst wenn er sich außerhalb seines Kiezes nach Arbeit umsehen muss, wird der Kreative mobil. Mal nach Braunschweig, dann nach Frankfurt oder Zürich. Nun stellt sich für ihn die Frage: wo übernachten? Im Hotel? Miete ich ein Zweitzimmer in einer WG? Lohnt sich die Anschaffung einer Bahncard 100, mit der man morgens hin und abends zurück kann? Vielleicht haben ja die abgewanderten Freunde oder Bekannten ein Zimmer übrig? Meistens nicht, bleiben eigentlich nur die Verwandten. Eltern, Tanten, Onkel, Omas und Opas kennen die Mobilitätswelle aus den Zeitschriften und lassen sich gerne von ihr eine frische Brise in ihr Eigenheim wehen. Dann wird im Perfekten improvisiert, und Couchs werden in den Arbeitszimmern bezogen von Leuten, die sich vor 30 Jahren mal irgendwo niedergelassen haben, als Sesshaftigkeit noch eine fortschrittliche Evolutionsstufe darstellte.

Mobilität im Alter > Rollator Khargo
Mobilität in der Verwandtschaft > Bett Taschenhotel
Mobilität am Arbeitsplatz > Tablett Laptoptray

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.

Ihr Merk-/ Wunschzettel

enthält kein Produkt.

Direkt bestellen

Papierkorb

Fußzeile

MAGAZIN® Warenhandels-GmbH · Tel. 01805 - 624 295* · Fax 01805 - 007167*
*(0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz DTAG; Preise aus Mobilnetzen ggf. abweichend.)